Das italienischsprachige Valposchiavo im südlichen Graubünden zeigt sich aus den Fenstern der Rhätischen Bahn vom Berninapass bis ins italienische Veltlin von seiner besten Seite. Die Strecke, die über den Albulapass und den Berninapass führt, wurde 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und bietet spektakuläre Ausblicke auf die unberührte Natur- und Kulturlandschaft des Puschlavs.
Einige der Orte entlang der Bahnlinie sind wahre Juwelen, die man besuchen sollte, wie z.B. Le Prese, wo man die Bahn mitten im Dorf fast als städtisches Tram erlebt. Das Dorf liegt eingebettet zwischen steilen Hängen am Lago di Poschiavo. Der See, der sich nach einem prähistorischen Bergsturz bildete, zieht Sportbegeisterte und Erholungssuchende gleichermassen an: Man kann Angeln, Surfen oder sogar ein kühles Bad geniessen. Besonders populär: Der «Giro del Lago» - ein schöner Spaziergang um den See.
Im Sommer blühen auf den Feldern rund um Le Prese mehr als 30 duftende Pflanzenarten, welche zu biologischen Tee- und Küchenkräutern verarbeitet werden.
Le Prese ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge. Dank regelmässiger Zug- und Busverbindungen gelangt man rasch in den Hauptort Poschiavo mit seinen gepflasterten Gassen und eleganten Palazzi. Auch das nach Süden orientierte Dorf Brusio ist nicht weit: Dort fasziniert der Kreisviadukt der Berninabahn, und in der Casa Besta und dem neuen Tabakmuseum leben Geschichte und Geschichten von einst wieder auf. Auch bezaubernde Bergseen, die Gletschertöpfe von Cavaglia und unberührte Natur sind gut zu erreichen.